
Einen Golfplatz über 1.365 Km zu bauen ist an sich schon eine verrückte Idee. Wenn dieser dann noch parallel zur Südküste quer durch das Australische Outback verläuft, darf man sicher sein, viel zu erleben, was man sonst auf keinem Golfplatz findet.
Das klingt für uns so verheißungsvoll, dass Ilja dies als Golfer natürlich ausprobieren will. Letztlich verläuft der Kurs ohnehin entlang der von uns geplanten Strecke
Zunächst gehen wir ins Ceduna Visitor Center, wo wir für 78$ Greenfee unsere Scorekarte erhalten. Außerdem mieten wir hier ein Schlägerset (mehr dazu im Video) für 50$, das wir am Ende des Kurses wieder abgeben können. Habt ihr auch Lust den Nullarbor Links zu spielen - nehmt nicht eure guten Schläger mit. Das Outback bekommt denen gar nicht gut.

Anschließend spielen wir gleich die ersten beiden Löcher auf dem Ceduna Golf Course. Nicht ganz das, was ihr unter einem Golf Course verstehn würdet. Der Fairway ist gelblich-braune Erde, mit einer nicht unbedeutenden Anzahl von vertrockneten Grasbüscheln und anderen niedrigen Pflanzen. Das Grün, wenn man denn dort angekommen ist, besteht aus mit Altöl vermischtem Sand, ist somit schwarz und lässt sich trotzdem erstaunlich gut putten.
Ab hier liegen im Schnitt 66 Km zwischen den einzelnen Löchern, die sich in der Regel hinter den am Eyre Highway gelegenen Road Houses befinden. Zu jedem gespielten Loch bekommen wir einen Stempel des Roadhouses auf unserer Scorekarte. Die Abschläge finden von Matten statt, die Fairways nehmen zunehmend das Rot des australischen Outbacks an und geputtet wird auf Teppichgrüns, die unfassbar schnell sind und meist in alle Richtungen nach außen abfallen. Wer selbst Golf spielt, weiß, was das bedeutet.

Das erste Highlight wird Loch 5 "Dingo's Den", ein 538m langes Par 5, das bei strammen 50 Km/h Gegenwind einfach kein Ende nehmen will.
Im weiteren Verlauf spielen wir über eine aktive Runway des lokalen Flughafens, ein Par 3, auf dem zwischen Abschlag und Grün nur dichtes Buschwerk ist, stoßen auf Hinweisschilder, dass Parken auf der Golfbahn verboten ist und lernen, dass jedes Loch sein eigenes Club House hat - auch dazu mehr im Video.
Ein ganz besonderes Erlebnis ist für uns der Einsatz von Rusty als Golf Cart - so saucool, mit unserem Ford Ranger über den Golfplatz zu fahren.

Die letzten beiden Löcher, wenn man wie wir westbound spielt, finden auf dem Kalgoorlie Golfplatz statt, der mit richtigem Gras auf Fairways und Grüns aufwarten kann. Dieser Championship Platz, auf dem PGA Turniere gespielt werden, ist unglaublich schön. An dem Kontrast von grünem Gras und knallroter Erde können wir uns kaum sattsehen. Dazu kommen Kängurus, die sich im Schatten der Eukalyptusbäume ausruhen.
Also spielen wir eine komplette 18-Loch Runde auf diesem wunderschönen Platz. Loch 11 und 12 sind die letzten beiden Löcher des Nullarbor Golf Courses, den wir damit auch zum Ende bringen.
Zum Abschluss dieser skurrilen Runde bleibt nur noch der Besuch im Kalgoorlie Visitor Center, um unsere Schläger zurückzugeben und für die ausgefüllte und gestempelte Scorekarte das Certificate zu bekommen, dass wir gerade den längsten Golfplatz der Welt beendet haben.
Golferisch ist dieser Kurs sicherlich nicht ganz ernst zu nehmen. Wer aber ohnehin auf dem Weg across Nullarbor ist, sollte sich dieses wirklich einmalige Erlebnis aber dennoch nicht entgehen lassen.
Mehr Infos zu diesem Kurs findet Ihr auf der offiziellen Webseite.