Road Train
Road Train

Von Penong aus beginnen wir unseren Weg entlang der "Great Australian Bight", oder auch "Across Nullarbor", wie die gut 1.000Km ödes Land nicht ganz zu unrecht genannt werden.

Ab hier gibt es nur rote Erde, Sträucher, Straße und die obligatorischen Road Houses mit Tankstelle, Restaurant, Motel und Caravan Park. Und natürlich die eindrucksvollen Road Trains, die mit bis zu vier Anhängern 53,5m lang werden können.

Küste am Head of Bight Lookout

Natürlich kann man die Strecke an einem Tag hinter sich bringen. Aber wir wollen den ein oder anderen Abstecher machen und sind uns sicher, dass es auch hier viel zu entdecken gibt. Also nehmen wir uns keinen Zeitplan vor und fahren los.

Bei Fowler Bay biegen wir zum Scotts Point ab, an dem wir einen ersten Eindruck von der Schönheit dieses Küstenabschnitts bekommen.

Die Gewaltigkeit dieser Küste offenbart sich uns so richtig am Head of Bight Lookout. Auf der einen Seite die Wildheit der Klippen, auf der anderen die schneeweißen Dünen der Pearson Sandhills. Wir kommen aus dem Staunen kaum heraus. Und obwohl gerade Ferienzeit in Australien ist, sind wir auch hier die meiste Zeit allein unterwegs.

Jam Session auf den Bunda Cliffs

Mitten auf den Cliffs steht Eddie mit seiner Gitarre. Was für eine tolle Location zum Musizieren. Marlene holt ihre Travel Cajon heraus, und spontan jammen die beiden zusammen ein paar songs.

Später setzen wir uns in die Dünen südlich des Eucla Airports und genießen die Ruhe, die Sonne, den Ausblick und einen Cappucchino.

Bunda Cliffs

Für die nächste Übernachtung wählen wir den Caravan Park des Mundrabilla Roadhouses.

An jedem Roadhouse ist ein Loch des Nullarbor Links Golf Courses, und so langsam gewöhnen wir uns daran, alle paar Stunden ein Golfloch im Outback zu spielen.

Etwa 20 Km vor Cocklebiddy entdecken wir ein Schild zum Eyre Bird Observatory und beschließen, vom Highway abzufahren und der Beschilderung zu folgen. Die Straße entwickelt sich von Gravel Road zum Offroad Track, und irgendwann erscheint ein Schild, dass man ab hier erst einmal das Observatory per Funk rufen soll. So erfahren wir, dass uns nun eine steile Abfahrt und danach weicher Sand erwarten, die Strecke aber frei von anderen Autos sei. Wir fahren weiter und fragen uns mehr als einmal, warum wir eigentlich den Highway verlassen haben.

An der Station erwartet uns Tom, der als Freiwilliger drei Monate die Station gemeinsam mit seiner Frau betreut. Er führt uns herum und wir erfahren eine Menge über das Observatory (eine ehemalige Telegrafenstation) und die Gegend. Nur Vögel sehen wir keine, denn zur Mittagshitze haben sich die alle zur Siesta in den Schatten verzogen.

In diesen 300Km des Küstenabschnitts sind die Klippen nicht direkt am Meer, sondern mehrere Km im Landesinneren, daher auch die steile Abfahrt zuvor. Das Gelände davor besteht aus bewachsenen Dünen und Strand. Etwa 10Km westlich des Observatory liegt die Twighlight Cove, die Stelle, an der die Klippen wieder aufs Meer treffen. Der Weg ist spannend, teilweise am Strand entlang und zum Teil durch die Dünen zwischen den Sträuchern hindurch.

Twighlight Cove

Wir stehen am Strand und blicken auf die majestätisch aufragenden Klippen. Leider sind die Klippen zu dieser Tageszeit nicht von der Sonne beleuchtet und leider sind wir nicht alleine, denn hier hat schon eine Gruppe von 3 Fahrzeugen für ein paar Tage ihr Lager aufgeschlagen. Ansonsten hätten wir uns diesen schönen Fleck Erde gerne für die Nacht unter den Nagel gerissen.

Also beschließen wir nach einer Weile, Richtung Cockelbiddy zu fahren und fragen die anderen Offroader, ob sie einen direkten Weg dorthin kennen. Die drei sind jedoch in Ihrer Beschreibung so verwirrt (over there 300m / about 4-5Km back on the beach / where did we come from?), dass wir nur mitnehmen, dass man den Track schon sehen würde, wenn man ihn zwischen den Dünen findet.

90 Mile Straight

Also fahren wir in die Dünen und freuen uns, schon nach kurzer Zeit Spuren zu entdecken. Ab hier erwarten uns nun Tracks durch dichtes Gestrüpp, die oft nicht einmal so breit sind wie unser Wagen, was mal wieder einige neue Streifen in unsere Lackierung zaubert. Als wir auf die Klippen treffen, wird der Track rough und es geht immer langsamer voran, aber wir hoffen einfach mal, es noch vor Einbruch der Dunkelheit zurück zum Roadhouse zu schaffen. Erst als wir oben in der Ebene ankommen, kommen wir wieder etwas zügiger voran und unser sehr spannender Offroad Ausflug endet rechtzeitig am Cocklebiddy Roadhouse, um dort noch das Golfloch zu spielen und zur Übernachtung weiter zum Caiguna Roadhouse zu fahren.

Fraser Range Station

Der nächste Tag beginnt mit der 90 Mile Straight, der längsten geraden Straße Australiens und endet für uns an der Fraser Range Station, einer aktiven Farm, die Campingmöglichkeiten anbietet. Wir finden einen separierten Platz unter einem Baum, lassen die Seele baumeln und genießen die Nachmittags- und Abendstimmung.

Der letzte Abschnitt führt uns über Norseman, dem westlichen Ende von Nullarbor in Richtung Norden nach Koolgardie, wo die letzten beiden Löcher des Nullarbor Links Golfkurses zu spielen sind.